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Lambrusco, Pignoletto & Bonarda Die mittelitalienische Doppelregion erstreckt sich fast über die ganze West-Ost-Ausdehnung Italiens vom Oberlauf des Po bis zur Adria. Entsprechend groß ist hier die Vielfalt sowohl beim Essen als auch beim Wein. Was überall in der Emilia-Romagna gleichermaßen stark ausgeprägt ist, ist die Freude würziger, deftiger, im besten Sinne einfacher Kost. Wurst- und Fleischwaren sowie Käse aus der Emilia-Romagna gehören zum Feinsten, was Italien zu bieten hat (Parmaschinken, diverse Salami, der Parmigiano Reggiano,...). Die Weine passen zur regionalen Küche. Herzhafte, würzige Tropfen, aber nie schwer. Und weil man auch gerne viel und kräftig isst, liebt man den verdauungsfördernden Effekt der Kohlensäure. D.h. viele Weine werden frizzante (leicht sprudelnd) ausgebaut. Der bekannteste ist sicher der Lambrusco, der - zumindest bei Italien-Insidern - schon lange nicht mehr das Image von Kopfweh-verursachender, süßlicher Billigbrause hat. Nicht unverdientermaßen hat der Lambrusco Concerto inzwischen schon drei mal in Folge die 3 Gläser des Gambero Rosso erhalten. In den Weinführern von Merum und Wein-Plus werden gute Lambrusco ja schon seit längerem hoch gelobt.
Weitere Spezialitäten sind der Weißwein Pignoletto aus aus den Colli Bolognesi (ein feinfruchtiger, zarter Weißer für alle Gelegenheiten) und der Bonarda aus den Colli Piacentini (ein markanter, aber angenehm leichter Roter).
(Beim bekanntesten Rotwein der Region, dem Sangiovese di Romagna ist es meines Erachtens derzeit schwierig, etwas wirklich gutes, eigenständiges zu finden. Es herrscht unter den Produzenten keine klare Vorstellung davon, welchen Charakter dieser Wein letztlich haben soll. So gibt es viel Banales neben überambitionierten, konzentrierten, aber letztlich uncharmanten Super-Tuscans alla Romagna. Der elegante, zartfruchtige und im positiven Sinne unkomplizierte Sangiovese di Romagna scheint derzeit nicht angesagt zu sein. Aber das kann sich ja ändern). |